Nothing Ear (3a) offiziell: Aufnahmen über die Ohrhörer für 99 €
Heute wurde das „Ear (3a)“, der Nachfolger des „Ear (2a)“ aus dem Jahr 2024, vorgestellt. Der Preis bleibt bei 99 Euro, und die Ohrhörer sind ab sofort in den Farben Weiß, Schwarz, Gelb und Rosa bestellbar. Die wichtigste Neuerung ist nicht die Klangqualität, sondern vielmehr eine Aufnahmefunktion. Die Ohrhörer können eigenständig Audioaufnahmen machen, sodass Sie nicht nach Ihrem Smartphone greifen müssen.

Der Ear (3a) verfügt über 32 MB internen Speicher. Wenn Sie beide Stiele gleichzeitig zusammendrücken, zeichnet die Funktion „Audio Snapshot“ bis zu einer Minute des aktuell wiedergegebenen Audios auf, beispielsweise eines Podcasts, eines Songs oder eines Online-Meetings. Die 30 Sekunden vor dem Moment des Zusammendrückens werden ebenfalls gespeichert. Wichtig zu wissen: Dies bezieht sich auf das, was über die Ohrhörer abgespielt wird, nicht auf Umgebungsgeräusche, die von den Mikrofonen aufgenommen werden. Die Ohrhörer hören nicht in Ihre Umgebung hinein.
Die Aufnahmen werden mit der Nothing X-App (Android und iOS) synchronisiert, wo Sie sie anhören und transkribieren lassen können. Hierfür ist ein Nothing-Konto erforderlich. Der „Pro“-Transkriptionsdienst ist ebenfalls nur in den ersten drei Monaten kostenlos; Nothing hat die Kosten für den Dienst danach noch nicht bekannt gegeben.
Audio-Snapshot und Anrufaufzeichnung: Aufnehmen ohne Smartphone
Sie können auch Telefonate und Besprechungen aufzeichnen, bis zu zwei Stunden pro Aufzeichnung. Auch dies geschieht mit einer Pinch-Geste und ohne das Telefon in die Hand zu nehmen. Das ist praktisch für alle, die mündliche Vereinbarungen oder Besprechungen aufzeichnen möchten. Andere Teilnehmer erhalten eine akustische Benachrichtigung, dass das Gespräch aufgezeichnet wird; eine heimliche Aufzeichnung ist nicht möglich. In den Niederlanden ist es übrigens erlaubt, Gespräche aufzuzeichnen, an denen man selbst teilnimmt.
Bitte beachten Sie: Nothing führt die Anrufaufzeichnung nicht in allen Ländern gleichzeitig ein, da die Funktion für jeden Markt einzeln genehmigt werden muss. In Skandinavien fehlt sie zum Beispiel zum Start komplett. Wenn dies Ihr Kaufgrund ist, prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Funktion in den Niederlanden aktiv ist.

Nothing gibt auf seiner Website an, dass „Audio Snapshot“ und die Anrufaufzeichnung Datenschutzstandards wie ISO 27001, ISO 27701 und EN 18031 „entsprechen“. Das klingt beruhigend, bedeutet aber weniger, als es den Anschein hat. Bei den ersten beiden handelt es sich um organisatorische Standards, die keine Garantien hinsichtlich der Sicherheit dieses spezifischen Produkts bieten, und EN 18031 ist seit 2025 für drahtlose Geräte in der EU lediglich gesetzlich vorgeschrieben.
Genauer gesagt werden die Aufzeichnungen laut Nothing standardmäßig lokal gespeichert und erst dann in die Cloud gesendet, wenn man die Transkription oder Zusammenfassungen aktiviert. Das Unternehmen gibt nicht an, ob die Audiodaten verschlüsselt im internen Speicher abgelegt werden.
Diese Art von Aufnahmefunktionen gab es bereits im vergangenen Jahr bei den teureren Ear (3), die zu diesem Zweck ein Mikrofon im Ladecase („Super Mic“) nutzten. Das Ear (3a) verfolgt einen anderen Ansatz: Die Aufnahme erfolgt über die Ohrhörer selbst, sodass das Ladecase in der Tasche bleiben kann.
Besserer Klang, aber lesen Sie das Kleingedruckte
Nichts ist ein Upgrade von einem 11-mm- auf einen 12-mm-Treiber und verspricht bis zu 5 dB mehr Bass als das Ear (a). Ob das tatsächlich besser klingt, muss sich in Tests noch zeigen: Mehr Bass ist eine Herstellerangabe, kein Qualitätsurteil. LDAC und hochauflösendes Audio mit 24 Bit/96 kHz werden weiterhin unterstützt.

Bei der Geräuschunterdrückung ist jedoch Vorsicht geboten. Nothing wirbt mit einer Dämpfung von „bis zu 45 dB“, doch das Ear (a) erreichte diesen Spitzenwert bereits vor zwei Jahren. Die eigentliche Verbesserung liegt im Frequenzbereich: Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) dämpft nun ein breiteres Frequenzspektrum, insbesondere dort, wo Stimmen und Alltagsgeräusche auftreten. Laut Nothing erzielt das Ear (3a) in dieser Hinsicht einen Gewinn von bis zu 6 dB gegenüber seinem Vorgänger.
In der Praxis dürfte dies besonders im Zug oder im Büro spürbar sein – genau dort, wo preisgünstige ANC-Modelle oft zu kurz kommen. Wie sich die Geräuschunterdrückung im Vergleich zu Konkurrenten in dieser Preisklasse, wie den Samsung Galaxy Buds FE und die Sony WF-C710N, muss sich erst noch in Vergleichstests zeigen.
Eine willkommene Verbesserung: Der vollständig einstellbare 8-Band-Equalizer, der beim Ear (a) fehlte, ist nun auch beim a-Modell verfügbar. Damals war das einer der wenigen ernsthaften Kritikpunkte. Das „statische“ räumliche Audio ist ebenfalls enthalten, doch ohne Head-Tracking handelt es sich dabei hauptsächlich um einen softwarebasierten Effekt – man sollte also nicht zu viel davon erwarten.
Längere Akkulaufzeit pro Ohrhörer, aber kein kabelloses Laden
Die Akkulaufzeit pro Ohrhörer hat sich verbessert. Die Angaben laut Nothing:
- Pro Ohrhörer: 6 Stunden bei eingeschaltetem ANC (bisher 5,5 Stunden), 10 Stunden ohne ANC
- Einschließlich des Ladecases: bis zu 42 Stunden ohne ANC, 25 Stunden mit aktiviertem ANC
- Schnellladung: fünf Minuten im Ladecase sorgen für eine Stunde Hörzeit
Das Etui selbst ist runder und verfügt über eine dreiteilige Statusleuchte, die den Akkustand und den Kopplungsstatus anzeigt. Die Ohrhörer sind IP54-zertifiziert: staubgeschützt und spritzwassergeschützt. Das bedeutet, dass sie Schweiß und einen Regenschauer aushalten, aber nicht unter fließendem Wasser abgespült oder untergetaucht werden dürfen. Zum ersten Mal ist ein XS-Ohrstöpsel im Lieferumfang enthalten.

Auffällig ist, was Nothing nicht erwähnt: Kabelloses Laden für das Case wird nirgendwo erwähnt, und bei einem Preis von 99 € wird dies langsam zu einem Nachteil, da mehrere Konkurrenten in dieser Preisklasse diese Funktion bereits anbieten.
Fazit: Starker Nachfolger, aber auch die Verkaufszahlen im Blick behalten
Auf dem Papier ist der Ear (3a) ein logisches und umfassendes Upgrade: Breitband-ANC, individueller EQ, eine Aufnahmefunktion, die man in dieser Preisklasse sonst nirgendwo findet, und derselbe Preis wie im Jahr 2024.
Dennoch gibt es zwei Dinge zu beachten, bevor man bestellt. Erstens wird der ältere Ear (a) bald im Preis fallen, und für die meisten Menschen werden diese Ohrhörer weiterhin vollkommen ausreichend sein. Zweitens ist das teurere Ear (3) mittlerweile in einigen Geschäften auf etwa das Preisniveau des Ear (3a) gefallen, das ein hochwertiges Gehäuse und das Super-Mikrofon bietet. Wenn Sie es nicht eilig haben, warten Sie die ersten Testberichte ab und beobachten Sie, wie sich der Preis entwickelt.
Das Nothing Ear (3a) ist ab sofort über nothing.tech für 99 € erhältlich; der Verkauf über Online-Händler wie Amazon dürfte in Kürze folgen.


