Pixel-11-Serie offiziell vorgestellt: „Ramageddon“-Preise, weniger RAM und noch kleinere Akkus
Google hat die Pixel-11-Serie im Vorfeld der „Made by Google“-Veranstaltung offiziell vorgestellt. Insgesamt war es eine ungewöhnliche Präsentation, schon vor Beginn der Veranstaltung – aber andererseits handelt es sich ja auch um ungewöhnliche Geräte. Die Pixel-11-Serie verdeutlicht besser als jede andere Serie, wie sich die weltweite Speicherverknappung auf Smartphones auswirkt.
Die Google Pixel 11-Serie sieht ihrem Vorgänger so ähnlich, dass Google in den Pressebildern lediglich die Modellnummer angegeben hat. Daher musste unsere Redaktion schon sehr genau hinschauen, um die Unterschiede zu entdecken. Wir haben jedoch einige gefunden, fragen uns aber laut, ob jemand sein Pixel 10 deswegen eintauschen möchte.

Der größte Unterschied ist der Tensor G6-Chip, der energieeffizienter als sein Vorgänger und leistungsstärker sein soll, sodass das neueste Gemini-Nano-Modell direkt auf dem Gerät selbst ausgeführt werden kann. Der Chip wird von TSMC hergestellt und verfügt Berichten zufolge über ein energieeffizienteres Modem, wodurch der Akkuverbrauch unterwegs geringer ausfällt.
Außerdem gibt es je nach Modell einige Unterschiede – oder besser gesagt: einzigartige Funktionen –, die wir gerne einzeln hervorheben möchten.
Pixel 11
Beim Pixel 11 hat sich beispielsweise die Geschwindigkeit des kabellosen Ladens von 15 auf 25 Watt erhöht. Das Einstiegsmodell mit 128 GB wurde aus dem Sortiment genommen; an seiner Stelle gibt es nun eine 256-GB-Version, die 100 € mehr kostet. Damit liegt der Einstiegspreis bei 999 €.

Pixel 11 Pro
Das Pixel 11 Pro verfügt über eine Benachrichtigungsleuchte auf der Rückseite namens HiLight. Diese Leuchte leuchtet auf, wenn Sie Gemini verwenden, und Sie können Ihren Kontakten Farben zuweisen, wenn diese Sie anrufen. Unserer Meinung nach handelt es sich dabei eher um eine Warnleuchte, denn nicht jedes Modell ist eine gute Wahl.
So verfügt beispielsweise das Einstiegsmodell des 11 Pro nun über weniger Arbeitsspeicher: 12 GB statt 16 GB. Außerdem wurde das Einstiegsmodell mit 128 GB aus dem Programm genommen, und der Einstiegspreis ist um 100 € auf 1.199 € gestiegen. Modelle mit 16/512 GB oder 16/1 TB Speicher werden zudem über den schnelleren Zoned-UFS-Speicher verfügen.

Google hat hier zudem die Akkukapazität reduziert, was sich deutlich auf die Akkulaufzeit auswirkt, wie das Energieetikett zeigt: 47,5 Stunden statt der bisherigen 51 Stunden. Das kabellose Laden ist mit 25 Watt allerdings etwas schneller.
Pixel 11 Pro XL
Die Geschichte rund um das Pixel 11 Pro XL wird nicht besser. Auch hier ist das Einstiegsmodell mit weniger und langsamerem Arbeitsspeicher ausgestattet, der Akku ist geschrumpft und seltsamerweise wurde die maximale Ladegeschwindigkeit per Kabel von 45 auf 30 Watt gesenkt. Der Einstiegspreis liegt bei 1.399 €, erneut 100 € mehr als beim Vorgängermodell. Von allen vorgestellten Modellen scheint dies die schlechteste Wahl zu sein.

Pixel 11 Pro Fold
Und schließlich gab es noch das Pixel 11 Pro Fold mit leicht abweichenden Farben, einem stabileren Scharnier und einem widerstandsfähigeren Keramik-Display. Das Gerät ist nun 0,7 Millimeter dünner, doch Google hat dies hauptsächlich durch den Einsatz eines deutlich kleineren Akkus erreicht: 4806 mAh im Vergleich zu zuvor 5015 mAh.

Was den Speicher betrifft, gibt es keine Unterschiede zum Vorgängermodell, abgesehen davon, dass das Einstiegsmodell mit 16/256 GB langsameren Speicher verwendet. Erst ab dem 16/512-GB-Modell kommt der schnellere Zoned-UFS-Speicher zum Einsatz, der für eine höhere Leistung sorgt. Die Preise beginnen bei 1.999 €, was wiederum 100 € teurer ist als im Vorjahr.
Sonst noch etwas?
Es ist nicht viel, aber es gibt ein paar echte Verbesserungen. Porträtfotos können bei den Pro-Modellen nun auch mit 5-fachem Zoom aufgenommen werden, und der Pro-Zoom reicht bis zu 120-fach. Auch einige Kamerasensoren sind anders, doch die Auflösung bleibt durchweg gleich. Die bemerkenswerteste Neuerung ist die Unterstützung von FeliCa, dem in Japan praktisch überall verwendeten Zahlungsstandard; praktisch für alle, die dorthin reisen, hierzulande ist es jedoch nicht besonders nützlich. Auf dem Papier sind die Displays etwas heller (3.600 Nits Spitzenwert statt 3.300 Nits), doch in der Praxis wird man diesen Unterschied nicht bemerken.
Das europäische Energieeffizienzlabel rundet das Bild ab: Alle angekündigten Geräte erreichen die Note B, und Google verspricht 1.000 Ladezyklen, bevor die Akkukapazität auf 80 Prozent sinkt. Zum Vergleich: Samsung hatte dieses Versprechen für die Galaxy-S26-Serie bereits von 2.000 auf 1.200 Zyklen gesenkt – Google geht mit 1.000 Zyklen jedoch noch weiter.
Ramageddon
Wir können es nicht beschönigen: Die Pixel-11-Serie ist eindeutig ein Opfer von „Ramageddon“. Oder besser gesagt: Wir als Verbraucher sind es. Google hat jahrelang kräftig an uns verdient und ist offensichtlich nicht bereit, die stark steigenden Kosten für Speicherchips vorübergehend zu tragen. Wie viel verdient Google eigentlich? Die Muttergesellschaft Alphabet meldete im letzten Quartal einen Umsatz von 119,8 Milliarden US-Dollar und einen Betriebsgewinn von über 40 Milliarden US-Dollar. Außerdem wird bei den Extras gespart: Käufer erhalten nun nur noch 6 Monate kostenlosen Zugang zu Google AI Pro – die Hälfte dessen, was Käufer des Pixel 10 erhielten.
Dennoch muss das keine schlechte Nachricht sein, denn die Pixel-10-Serie ist weiterhin erhältlich und im Preis deutlich gesunken. Außerdem verfügen sie über größere Akkus und nahezu identische technische Daten. Pixel-Smartphones haben sich schon immer schnell und flüssig angefühlt, daher vermuten wir, dass nur wenige Nutzer den Geschwindigkeitsunterschied zum Tensor G6 bemerken werden. Nutzen Sie diese Gelegenheit.
Die Pixel-11-Serie kann ab heute vorbestellt werden und wird voraussichtlich am 20. August ausgeliefert. Das Pixel 11 ist in den Farben Pistachio (grün), Hibiscus (rosa), Frost (hellblau) und Obsidian (schwarz) erhältlich; das Pro und das Pro XL in den Farben Canyon (rosa), Olive (grün), Fog (hellblau/grün) und einem vollständig matten Obsidian erhältlich, während das Pro Fold ausschließlich in Olivgrün mit goldfarbenem Rahmen oder in Obsidian-Schwarz erhältlich sein wird.


