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Beginn der Erkundung

Das erste Handy für Ihr Kind

Für welches wirst du dich entscheiden, und brauchst du überhaupt eines?

Die Frage lautet selten: „Welches Handy soll ich meinem Kind kaufen?“, sondern eher: „Welches Problem möchte ich lösen?“ Möchten Sie Ihr Kind erreichen können und wissen, wo es sich gerade aufhält? Oder braucht es ein Handy, um im Unterricht mitzukommen? Für zwei dieser drei Dinge ist kein Smartphone erforderlich. Wenn Sie sich für ein Handy entscheiden, denken Sie wahrscheinlich an ein einfaches Handy, auch wenn Sie ein Smartphone natürlich komplett sperren können. Dieser Einkaufsratgeber führt Sie durch die verschiedenen Optionen, von Smartwatches bis hin zu eingeschränkten Smartphones, und hilft Ihnen dabei, das Beste für Ihr Kind auszuwählen.

Warum das erste Handy ein größerer Schritt ist, als man denkt

Ein Handy zu verschenken, mag wie ein kleines Geschenk erscheinen, doch es eröffnet eine ganz neue Welt. Vor allem bei einem Smartphone: Es sorgt nicht nur für Erreichbarkeit, sondern bietet auch Zugang zum Internet, zu Gruppen-Apps, Spielen und – bald – zu sozialen Medien. Und genau darin liegt das Risiko.

Die Forschung hat in den letzten Jahren an Substanz gewonnen. Eine groß angelegte Studie in der Fachzeitschrift Pediatrics (Anfang 2026) bringt die Smartphone-Nutzung in jungen Jahren mit einem nachweislich höheren Risiko für depressive Symptome, Übergewicht und Schlafprobleme in Verbindung. Blaulicht kann die Melatoninproduktion für einige Zeit hemmen, was zu späteren Schlafenszeiten und schlechterer Schlafqualität führt. Hinzu kommen Konzentrationsprobleme, Gruppenzwang in App-Gruppen und unerwünschte Kontaktaufnahmen.

Die Besorgnis ist weit verbreitet. Im Mai 2025 forderte ein Zusammenschluss von rund 1.400 Ärzten und Wissenschaftlern, vereint in Smartphone-freie Erziehung zusammengeschlossen und von mehr als 50.000 Eltern unterstützt, die politischen Entscheidungsträger dazu auf, ein Mindestalter von 14 Jahren für das erste Smartphone und von 16 Jahren für soziale Medien festzulegen. Das geht sogar noch über die späteren Leitlinien der Regierung hinaus. Die Botschaft lautet nicht, dass Handys verboten werden sollten, sondern dass „zu früh und zu viel“ schädlich ist und man diesen Schritt daher bewusst und so spät wie vernünftigerweise möglich gehen sollte.

Das bedeutet nicht, dass Ihr Kind nicht erreichbar sein sollte. Es bedeutet, dass Sie die Funktion (Kontakt & Sicherheit) vom Gerät (einem Smartphone mit vollem Funktionsumfang) trennen können. Oft reicht viel weniger aus.

Einfaches Handy, Smartphone oder Smartwatch für Kinder
Das erste „Handy“ ist nicht automatisch ein Smartphone

Was möchten Sie eigentlich erreichen?

Bevor Sie sich nach Geräten umsehen, ist dies die wichtigste Frage. Die meisten Eltern wünschen sich eines dieser drei Dinge, und jedes erfordert etwas anderes.

Erreichbarkeit. Sie möchten Ihr Kind anrufen können und sicher sein, dass es erreichbar ist, zum Beispiel wenn es alleine zur Schule oder zum Verein geht. Eine Smartwatch mit Anruffunktion oder ein einfaches Handy reicht hierfür aus. Internet ist nicht erforderlich.

Wissen, wo sich Ihr Kind befindet. Vor allem möchten Sie beruhigt sein: Ist es sicher angekommen? In diesem Fall suchen Sie eigentlich nach einer Ortungsfunktion und nicht nach einer Kommunikationsmöglichkeit. Eine GPS-Smartwatch oder ein eigenständiger GPS-Tracker ist für diesen Zweck konzipiert.

Soziale Interaktion. Die Klasse chattet über einen Gruppenchat, und Freunde verabreden sich online. Erst jetzt kommt ein Gerät mit WhatsApp (und damit ein Smartphone) ins Spiel. Und genau dieser Bedarf ist mit den meisten Risiken verbunden.

  • Möchte ich mein Kind erreichen können?
    Smartwatch mit Anruffunktion oder Feature-Phone.
  • Möchte ich wissen, wo sich mein Kind befindet?
    GPS-Smartwatch oder eigenständiger GPS-Tracker.
  • Muss mein Kind online teilnehmen können?
    Smartphone mit eingeschränkten Funktionen – und das auch erst, wenn Ihr Kind dafür bereit ist.

Alternativen, bevor man mit einem Handy beginnt

Für „Erreichbarkeit“ und „Standortverfolgung“ ist ein Handy oft übertrieben. Zwei Alternativen erfüllen diesen Zweck ohne offenes Internet.

Die Kinder-Smartwatch. Eine Uhr, mit der Ihr Kind eine festgelegte Liste von Kontakten anrufen oder eine Sprachnachricht senden kann, sowie Live-Standortverfolgung und eine SOS-Taste. Kein offenes Internet, kein App-Store, keine sozialen Medien. Beliebte Modelle sind die One2track Connect Up und die Garmin Bounce 2 (ca. 260 Euro zuzüglich eines obligatorischen Abonnements von rund 11 Euro pro Monat; mit einer Wasserdichtigkeit von 5 ATM ist sie eine der wenigen, die wirklich zum Schwimmen geeignet ist). Eine niederländische Marke wie One2Track (Server in Apeldoorn, kein festes Abonnement) ist interessant für alle, die ihre monatlichen Kosten niedrig halten möchten.

Der eigenständige GPS-Tracker. Möchten Sie lediglich den Standort verfolgen, ohne dass Ihr Kind etwas bedienen muss? Dann stecken Sie einfach einen Tracker in den Rucksack oder die Jackentasche Ihres Kindes. Geräte wie der PAJ Easy Finder 4G oder der Invoxia (der über das LoRa-Netz ohne SIM-Karte funktioniert) sind genau für diesen Zweck konzipiert.

Achten Sie auf ein weit verbreitetes Missverständnis: Ein Apple AirTag ist für diesen Zweck nicht geeignet. Apple selbst weist ausdrücklich darauf hin, dass ein AirTag dazu gedacht ist, verlorene Gegenstände wiederzufinden, nicht aber, um Personen oder Kinder zu orten. Er verfügt weder über Live-GPS noch über eine Anruffunktion oder einen SOS-Knopf, und das Gerät macht den Träger sogar aktiv darauf aufmerksam, dass ein „unbekannter“ Tracker ihm folgt. Um Ihr Kind zu orten, wählen Sie einen speziellen Kinder-Tracker oder eine Smartwatch; nutzen Sie den AirTag lieber für Ihre Schlüssel und Ihren Koffer.

Smartwatch am Handgelenk eines Kindes, das seine Mutter anruft
Für Erreichbarkeit und Standortverfolgung reicht oft eine Uhr oder ein Tracker aus

Wenn Sie sich für ein Telefon entscheiden: Ein Feature-Phone ist einem Smartphone vorzuziehen

Sollte sich herausstellen, dass ein echtes Telefon notwendig ist, lautet unser Rat ganz klar: Wählen Sie für ein Kind lieber ein Feature-Phone als ein Smartphone. Dies steht im Einklang mit den Empfehlungen von Ärzten und der Regierung und erspart Ihnen viel Sorge. Ein Smartphone ist eine Option, aber nur als bewusste, streng begrenzte Ausnahme.

Das Feature-Phone: unsere Empfehlung. Das ist wahrscheinlich das Bild, das Sie vor Augen haben: ein Gerät, mit dem man telefonieren und SMS verschicken kann, vielleicht mit einer kleinen Kamera und einem Radio, und sonst nicht viel mehr. Ein modernes Nokia 105 4G oder ein HMD-Modell funktioniert im heutigen Netz einwandfrei, hält mit einer einzigen Akkuladung tagelang durch und ist praktisch unzerstörbar. Es gibt kaum Gruppenzwang, und für Kinder ist es das unkomplizierteste und sicherste Handy. Zwei Dinge sollten Sie beachten: Auf den meisten echten „Dumbphones“ läuft WhatsApp nicht. Wenn Ihr Kind also dem Klassen-Gruppenchat beitreten muss, werden Sie auf dieses Problem stoßen. Und achten Sie auf das Modell: Einige Geräte (insbesondere solche mit KaiOS) verfügen über einen einfachen Webbrowser und manchmal über einen Mini-App-Store, über den theoretisch der Zugriff auf Facebook oder YouTube möglich wäre. Wenn Sie den Zugriff wirklich blockieren möchten, wählen Sie ein Modell ohne Browser oder deaktivieren Sie den Browser und die Datenverbindung.

Das eingeschränkte Smartphone: nur, wenn Sie es ausdrücklich wollen. Wir empfehlen kein Smartphone für Kinder, aber es steht Ihnen natürlich frei, sich trotzdem für eines zu entscheiden – zum Beispiel, wenn Ihr Kind in der Oberstufe wirklich nicht ohne WhatsApp auskommt. Wenn Sie sich dafür entscheiden, machen Sie es richtig: Sperren Sie das Gerät vollständig mit Kindersicherungsfunktionen. Kein Zugriff auf den App-Store ohne Erlaubnis, Bildschirmzeitbeschränkungen, Filter, nur Anrufe und ein paar zugelassene Apps. Dadurch wird es praktisch zu einem „Basis-Handy“, dessen Funktionen später erweitert werden können. Ein Einsteigermodell oder ein generalüberholtes Gerät reicht aus; Sie müssen dafür kein teures Handy kaufen. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie genau, wie Sie es einrichten.

TypAnrufe/SMSStandortWhatsAppOffenes InternetGeeignet für
Kinder-SmartwatchJa (feste Liste)JaNeinNein

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Martijn Rodenboog
Chefredakteur
Als Gründer von NewMobile ist Martijn für die technische und strategische Entwicklung der Plattform verantwortlich. Als IKT-Experte entwickelte er die Website seit ihrer Gründung im Jahr 2002 eigenständig und pflegt sie bis zum heutigen Tag.